Umbau: Substanz

Gerüchte statt Pläne.

Gestorben, insolvent, lustlos: Das war, kurz gesagt, das wenig ermutigende Ergebnis der Suche nach den Planern von damals. Und statt der erwarteten schnellen und konkreten Informationen, mit denen sich vernünftig hätte arbeiten lassen, gab es vage Vermutungen und unbestätigte Gerüchte: “An eine Unterfangung können wir uns nicht erinnern …”, “… ach, die Risse, die waren schon da …”, “je nun, gegen ein Entgelt von 60 Euro die Stunde könnte ich mich vielleicht an den Vorgang erinnern …”. Doch darauf konnten und wollten wir nicht bauen – weitere Untersuchungen also. Was unseren schönen Zeitplan bereits zu Beginn außer Kraft setzte.

Substanzielles zu Tage fördern.

Wo kommen sie also her, die Risse im Sturz, Boden und Wandbereich der Loggia und an der Südwestfassade und wie sind sie einzuschätzen? Um hier zweifelsfrei Klarheit zu schaffen, wurden am 2. Oktober 07 zwei Schürfgruben ausgehoben. Eine im Gewölbekeller und eine weitere außen an der südöstlichen Hausecke. Und die Geotechnik Aalen erstellte ein Bodenprofil, in dem die Bodenfestigkeit bis zur festen Gesteinsschicht festgestellt wird. Dabei zeigte sich, dass das Haus beim Bau der Garage 1995 tatsächlich eine zusätzliche Unterfangung erhielt. Allerdings ist der Boden in sechs Meter Tiefe weicher als in den oberen Schichten, weshalb nach 1995 in einem neuerlichen Setzungsvorgang das Haus noch einmal “nachrutschte”. Weitere Ursache für die Risse waren in der Nachkriegszeit vorgenommene, leider nicht fachgerechte Mauer-Anbindungen bei der Ausbesserung eines Bombenschadens im vorderen Bereich des Hauses. Wie lautet der Spruch einer größeren Bulettenbraterei? “Ich liebe es.”

Die Löcher sind wichtig.

Parallel zu diesen Untersuchungen führten das TEB Transferzentrum Energieeffizientes Bauen und das Bauunternehmen Krauß das durch, was der Fachmann Bauteilaufnahmen nennt – und der Laie wie ich “reihenweise Löcher reinhauen”. In Boden und Decke, in Innen- und Außenwände, in Dachschrägen, Rollladenkästen, Fensterrahmen … . Denn: Was man nicht sieht, kann man nur vermuten, damit aber läßt sich’s nicht vernünftig arbeiten. Die Löcher sind also, so fassungslos wir sie auch betrachtet haben mögen, wichtig und richtig. Sagt Herr Dollmann.