Umbau: Heiss und kalt

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Holz. Gas. Oder was?

Mit unserem kategorischen Nein zu 15 cm Außendämmung mussten wir, schweren Herzens, zunächst Abschied von der Geothermie nehmen und nach einem neuen Energiekonzept suchen: Vielleicht Pellets? Vielleicht Gas? Und wenn ja, wohin damit? In einen nicht gerade kleinen Pellets-Bunker vor dem Haus, der uns nicht nur einen unerquicklich hohen Schornstein, sondern vermutlich auch ebensolche baurechtliche Konsequenzen beschert hätte? Oder besser, aber dafür bautechnisch schwieriger, hinter dem Haus? Und sollten wir dafür unsere Bedenken hinsichtlich Feinstaub einfach über Bord werfen? Und wer würde – Frida und Claudia hatten da so ihre Vermutung – das Lager befüllen? Viele Fragen und die Befürchtung, dass wir, mit Ausnahme des Wohnraums, wohl doch den Anblick konventioneller Heizkörper würden ertragen müssen. Schöne Aussichten!

Bloß nicht: im Glashaus wohnen.

Oder wollten wir – kühne Dollmann-Vision – stattdessen im Glashaus wohnen? In einem Haus, das durch einen Glasmantel energetisch optimiert und ansonsten so bleiben würde, wie es war? Eine reizvolle Idee, allerdings nicht für mich: Ein Leben im Schneewittchensarg war für mich keine Alternative.

Runde um Runde.

Das Energiethema zieht seine Kreise … und hat Auswirkungen auf einfach alles. Mit anderen Worten: Solange nicht klar ist, wie geheizt und gekühlt werden kann und soll, geht nichts voran. Und das Geflecht aus Wünschen, Anforderungen und Möglichkeiten wird immer undurchdringlicher. Was kann? Was darf? Ist es vertretbar, einen erst sieben Jahre alten Öko-Holzboden im Obergeschoss und einen 15 Jahre alten Eichenboden in der Bel Etage einfach rauszunehmen und durch einen einheitlichen Boden zu ersetzen? Fragen über Fragen, eine Prärie an Antworten. Vielleicht bringt ein Besuch beim Sohn des Erbauers neue Erkenntnisse? Bildhauer Wacker hat zwar keine Pläne, kann aber viel erzählen. Zum Beispiel, dass in der Küche seiner Kindheit ein schwarzer Terrazzoboden war. Wo ist der geblieben?

Ein Loch bringt Klarheit.

Neue Löcher also. Und es kommen nicht nur der alte Terrazzoboden zu Vorschein, sondern auch – unter dem Keller, der Bel Etage und der Bühne – Pitchpine-Dielen. Die übrigens eine höchst interessante Geschichte haben: Einst eigentlich bloß Ballast auf Handelschiffen, wurden die Dielen verkauft und beim Bau von Häusern eingesetzt. Die besten – aus dem Kern der Pechkiefer, bis zu 50 cm breit und mit geringer Maserung – beanspruchten die Nordlichter für sich, klar; die anderen landeten je schmaler je südlicher, die ganz schmalen schließlich im tiefen Süden Deutschlands. Egal, dieses Holz hat uns sofort becirct! Und plötzlich ist alles ganz einfach, der Kopf ist frei, die Entscheidung klar: ein einheitlicher, neuer Holzboden überall. Am besten mit Flächen-, sprich Fußbodenheizung. Also doch: Geothermie!?

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