Architekt

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1905? Ein großartiges Jahr!

Meinte begeistert Dr. Dippel, Chef von TEB Transferzentrum Energieeffizientes Bauen – verantwortlich für das Energiekonzept im Haus – als er das Baujahr des weissenhauses erfuhr. Denn: 1905 verursachte Sigmund Freud mit den “Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie” einen wissenschaftlichen Skandal. Und Albert Einstein revolutionierte mit seiner Arbeit “Zur Elektrodynamik bewegter Körper” gleich das gesamte Verhältnis von Raum und Zeit. Die Villa Wacker, wie sie damals nach ihrem Bauherrn, der Familie Wacker, genannt wurde, hat auf den ersten Blick nichts Revolutionäres an sich. Doch, der Kenner sieht das, auch der damalige Architekt entwarf an der Schwelle einer neuen Zeit, nicht mehr Gründerzeit und noch nicht Jugendstil … Erbaut als Wohnhaus für die Familie Wacker, stand die Villa zunächst allein am Hang oberhalb des Friedhofs und gegenüber des Rotenbergs mit der Grabkapelle von König Wilhelm I. von Württemberg und seiner zweiten Frau Katharina Pawlowna. 1930 erweiterte der Hausherr und Inhaber von Wilh. Wacker & Söhne das Haus um ein Atelier für Grabdenkmale. Über Jahrzehnte blieb die Villa Wacker in Familienbesitz, ehe sie 1993 an eine Wohnbaugesellschaft verkauft wurde. Die ergänzte das Gebäude 1995 um eine Tiefgarage. Im Juni 2000 dann erwarb die Vorbesitzerin die Villa und baute das Dachgeschoss zu einer eigenständigen Wohneinheit aus.

Kein Haus. Eine Villa.

Als im August 2007 zwei unserer Neffen zu Besuch waren, stellten sie fachmännisch fest: “Das ist kein Haus, das ist eine Villa.” Stimmt: Eine Villa (lat.) bezeichnete ursprünglich ein meist freistehendes repräsentatives Einfamilienhaus auf dem Land, immer ergänzt um eine Gartenfläche. Uns ist “weisseshaus” irgendwie lieber.

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